C! ABCDE: Management traumatischer Blutungen

„Großflächige und tiefe Verletzungen können in kurzer Zeit zu einem nichtabschätzbaren Blutverlust führen. Für diese Fälle stehtmittlerweile eine Reihe von Hilfsmitteln bereit, die die präklinische Blutungskontrolle erleichtern können. Insbesondere sind hier das aus dem militärischen Bereich stammende Tourniquet undHämostyptika, also blutstillendeWundverbände und Granulate, zu erwähnen. In diesem Beitrag wird auf diese lokalen Maßnahmen näher eingegangen.“

In einem Weiterbildungsartikel beschreiben Helm und Kollegen eine Möglichkeit wie, wo und bei welchem Patienten man diese Hilfsmittel idealerweise einsetzt und wann man prähospitale Maßnahmen („Stay and Play“) zugunsten eines schnellen Transportes („Load and Go“) besser zurückstellt.

Helm M, Kulla M, Stöhr A, Josse F, Hossfeld B: Prähospitales Management traumatischer Blutungen – Maßnahmen zur lokalen Blutungskontrolle -. Notfall + Rettungsmedizin (online first https://doi.org/10.1007/s10049-018-0442-7) (2018)

Resuscitative endovascular balloon occlusion of the aorta (REBOA)

Training REBOA
 

 

Resuscitative endovascular balloon occlusion of the aorta (REBOA)

Training REBOA
REBOA Training 2017

Verbluten ist beim Traumapatienten die häufigste vermeidbare Todesursache. Dabei finden sich im zivilen Rettungsdienst in Europa lebensbedrohliche Blutungen meist in nichtkomprimierbaren Körperregionen wie dem Abdomen oder dem Becken. Zur raschen Kontrolle von schwersten Blutungen in diesen Bereichen wird daher in letzter Zeit das v. a. im Bereich der Gefäßchirurgie etablierte Verfahren der aortalen Ballonokklusion auch für die notfallmäßige Versorgung von Traumapatienten propagiert.

Unter dem Titel „Resuscitative endovascular balloon occlusion of the aorta – Option für nichtkomprimierbare Körperstammblutungen?“ publizieren Knapp et al. eine Übersicht über den aktuellen Stand der Forschung

In dem Artikel wird zum einen eine umfassende Übersicht über die Technik, mögliche Indikationen, Kontraindikationen und Komplikationen der notfallmäßigen endovaskulären Ballonokklusion der Aorta („resuscitative endovascular balloon occlusion of the aorta“, REBOA) geboten. Zum anderen werden die bisher berichteten Behandlungsergebnisse aus der verfügbaren Literatur zusammengefasst und diskutiert, um hieraus mögliche praxisrelevante Konsequenzen für die zukünftige Etablierung der REBOA im Bereich der Notfallmedizin abzuleiten.

 

 
Quellen: 
 

Verleihung der Lehrboni an der Universität Ulm

Am 16.1.2018 wurden in der Villa Eberhard die Forschung- und Lehrboni der Universität Ulm verliehen. „Mit der Vergabe der Lehrboni über je 2000 Euro würdigte die Universität Ulm besonders vorbildliches Engagement in der Lehre und innovative Lehrkonzepte. Studierende der vier Fakultäten hatten Dozentinnen und Dozenten dafür vorgeschlagen. Die Übergabe nahm Professorin Irene Bouw, Vizepräsidentin für Lehre und Internationales, vor. „Ich freue mich, dass so viele beeindruckende Lehrkonzepte und Lehrformen heute geehrt werden können. Dies unterstreicht den großen Stellenwert der Lehre an der Universität Ulm“. Gratulation an Herrn PD Dr. H.-G. Palm für die Organisation und Durchführung des ausgezeichneten Wahlpflichtfaches „Surgical Skills Lab“!

Quelle:

http://www.uni-ulm.de/home/uni-aktuell/article/forschungs-und-lehrboni-verliehenherausragende-nachwuchsforscher-und-engagierte-lehrende-ausgezeic/

Reanimation nach Trauma

Unter dem Titel „Additive notärztliche Maßnahmen beim traumaassoziierten Herz- Kreislauf-Stillstand“ publizieren B. Ondruschka, C. Baier, J. Dreßler, A. Höch, M. Bernhard, C. Kleber und C. Buschmann eine erneut sehr lehrreiche Auswertung zur Reanimation nach Trauma. Währen die Ergebnisse nicht so ernüchtern könnte man sich über diese sehr gute Arbeit richtig freuen. So muss man klar feststellen, dass es weiterhin viel zu tun gibt. 

 

Der Beitrag wird von den Autoren unter http://news-papers.eu/vermeidbare-trauma-assoziierte-todesfaelle zusammengefasst und ist im Original unter https://doi.org/10.1007/s00101-017-0383-4 verfügbar.

Klinik Codex

Mit dem Klinik Codex „Medizin vor Ökonomie“ wendet sich die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) an die Ärzteschaft, Klinikbetreiber sowie an die Politik. Im Deutschen Ärzteblatt ist hierzu unter Themen der Zeit eine kritische Darstellung erschienen (Schumm-Draeger et al. 2017). 

  • „Als Ärztinnen und Ärzte müssen wir den berechtigten fachlichen und ethischen Erwartungen der erkrankten Menschen, ihrer Angehörigen und der Gesellschaft an uns gerecht werden.
  • Wir werden allen Patienten eine Versorgung unter Einsatz aller unserer Fachkompetenzen und aller ärztlichen Erfahrungen ermöglichen.
  • Wissend, dass unsere medizinischen Entscheidungen, die auf Basis einer qualitätsgesicherten Medizin getroffen werden, große Auswirkungen auf die Heilung und Gesundheit der Patienten, aber auch betriebswirtschaftliche Auswirkungen haben, erklären wir hiermit, dass wir eine angemessene und wirksame Versorgung der Patienten stets unter dem uneingeschränkten Vorrang der medizinischen Argumente gegenüber ökonomischen Überlegungen planen und durchführen werden.
  • Wir treffen keine ärztlichen Entscheidungen und werden keine medizinischen Maßnahmen durchführen und solche Leistungen weglassen, welche aufgrund wirtschaftlicher Zielvorgaben und Überlegungen das Patientenwohl verletzen und dem Patienten Schaden zufügen könnten.
  • Wir werden den Menschen, die zu uns kommen, mit zugewandter Fürsorge begegnen und beistehen, mit ihren gesundheitlichen Ängsten umzugehen, wollen ihr Vertrauen gewinnen, und werden ihnen versprechen, bei ihrer Behandlung keine medizinischen Leistungen durchzuführen, welche fachlich unsinnig sind oder aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus stattfinden sollen.
  • Wir lehnen alle Leistungs-, Finanz-, Ressourcen und Verhaltensvorgaben ab, welche für uns offensichtlich erkennbar zu einer Einschränkung unseres ärztlichen Handelns und unseres ärztlich- ethischen Selbstverständnisses führen, und das Patientenwohl gefährden können.
  • Wir werden die von uns getroffenen Versorgungsentscheidungen bei Bedarf den zuständigen kaufmännischen Leitungsgremien, unter Verwendung fachlich-medizinischer, patientenorientierter und ethischer Argumente, erklären.
  • Wir ermutigen junge Ärztinnen und Ärzte, sich mit den durch die kaufmännischen Geschäftsleitungen vorgegebenen wirtschaftlichen Vorgaben kritisch auseinanderzusetzen und achtsam zu sein bei allen Versuchen der Einschränkung des Patientenwohls aufgrund nicht medizinischer Aspekte.
  • Wir werden unsere ärztliche Heilkunst ausüben, ohne uns von wirtschaftlichem Druck, finanziellen Anreizsystemen oder ökonomischen Drohungen dazu bewegen zu lassen, uns von unserer Berufsethik und den Geboten der Menschlichkeit abzuwenden.“

 

Gerade in der klinischen Notfallmedizin wird all zu oft von Ökonomisieren und verfügbaren Ressourcen gesprochen. Effizienzsteigerung sei eines der Hauptanliegen im Rahmen von Ersteinschätzung und Patientenlenkung in einer ZNA. Jeder in der Notfallmedizin tätige sollte sich bei seinen Entscheidungen jedoch stets vor Augen führen unter welchem Gesichtspunkt er den Patienten anamnestiziert, Diagnostik einsetzt und ggf. eine notfällige Therapie einleitet: Ökonomie und Gewinnmaximierung der Klinik oder fachlich begründete Notwendigkeit? Daher ist der Klinik Codex der DGIM ein wichtiger Beitrag!

 

Quelle: