Wahlpflichtfach „Notfallmedizin für Vorkliniker“

Das Wahlpflichtfach Notfallmedizin für Vorkliniker wird für Studenten im 3. vorklinischen Semester im Wintersemester 2020/2021 angeboten. Ziel ist die Verknüpfung der Studieninhalte der Vorklinik aus Anatomie, Physiologie, Biochemie und Physik mit Aspekten der klinischen und prähospitalen Notfallmedizin, Anästhesie und Intensivmedizin. Zusätzlich werden Grundlagen des ärztlichen Selbstverständnisses und Handels sowie Methoden des Wissenserwerbes gelehrt. Die 28 Lehrstunden (2 SWS) bestehen aus Präsenzunterrichten sowie Visitationen in der Klinik für Anästhesiologie am Bundeswehrkrankenhaus Ulm / im Luftrettungszentrum Christoph 22. Zusätzlich erhalten die Studierenden zu Beginn des Seminarunterrichten Aufgaben zur Vorbereitung. Die Erfolgskontrolle besteht aus der Bewertung des vorbereiteten Referates der Studierenden.

Organisatorisches
Coronavirus

Kooperation Universitätsklinika und AKTIN

Gemeinsam hat das Forum der universitären Notaufnahmen und die AKTIN Arbeitsgruppe im Deutschen Ärzteblatt eine Originalarbeit über Patientenzahlen während der (ersten) COVID-Pandemie veröffentlicht:

Slagman A, Behringer W, Greiner F, Klein M, Weissmann D, Erdmann B, Pigorsch M, Möckel M, Forum universitäre Notaufnahmen (FUN), AKTIN – Notaufnahmeregister (Contributor Kulla M.): Medical emergencies during the COVID-19 pandemic—an analysis of emergency department data in Germany. Dtsch Arztebl Int 117: 545-5452. (2020)

Ein toller Erfolg für das Notaufnahmeregister!

COVID-19 vs. Hollywood

Schlimmer geht immer – aber am Ende wird alles gut? Zumindest in den meisten Filmen über Pandemien, Virusasubrüchen und so weiter.

Zunächst einmal ein Buch aus dem Jahr 2013 das sich mit dem Thema beschäftig hat: Sutton, V. (2014). The Things that Keep Us Up at Night: Reel Biohorror : Biohorror, Biothriller Movies, the Law and the Science of it. United States: Vargas Pub.

Aber wie zu erwarten kann man unter dem Deckmäntelchen COVID-19 fast alles hochrangig publizieren: Dehority W. Infectious Disease Outbreaks, Pandemics, and Hollywood—Hope and Fear Across a Century of Cinema. JAMA. Published online April 24, 2020. doi:10.1001/jama.2020.7187

Je nachdem wie lange der Eine oder Andere noch unter Kurzarbeit, Quarantäne oder – im schlimmsten Fall – Krankheit zu leiden hat bieten beide Arbeiten genug Filmmaterial… Viel Spaß und immer gesund bleiben!

Staatsexamen Humanmedizin

…Auch unsere angehenden Kolleginnen und Kollegen sind gefordert. Sie haben sich mit großem Engagement eingebracht und leisten Wertvolles in der Bewältigung der Krise. Bedauerlicherweise konnte zum anstehenden Staatsexamen keine bundesweite Lösung gefunden werden: in Baden-Württemberg wird das 2. Staatsexamen im April 2020 ausgesetzt, das 3. Staatsexamen im Frühjahr 2020 wird modifiziert

www.aerztekammer-bw.de/news/2020/2020-04/corona-approbationsordnung 

schreibt der Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Wolfgang Miller

PJ Seminar Anästhesie und WPF Anästhesie für Vorkliniker finden weiterhin statt

Trotz der aktuellen Pandemie werden seitens der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des BwKrhs

im Sommersemester 2020 angeboten. Natürlich wird es in beiden Veranstaltungsreihen zu erheblichen Änderungen kommen (Terminverschiebungen, Ausfall wegen Krankheit, Onlinevorlesung usw.) Der Schutz aller Beteiligten steht dabei im Vordergrund.

Fragen und Rückmeldungen bitte per E-Mail an mich…

Stöhr A, Josse F, Hossfeld B, Kulla M, Helm M: Blutstillung bei schweren Extremitätenverletzungen. Notfall + Rettungsmedizin (online first https://doi.org/10.1007/s10049-019-00677-4 ) (2020)

Update Extremitätenblutung

Auch 2020 sind mehr als die Hälfte aller vermeidbaren Todesfälle nach Trauma durch Blutungen verursacht. Unter diesem Gesichtspunkt hat das frühzeitige Stillen kritischer, also lebensbedrohlicher Blutungen absolute Priorität. Im dem Beitrag von Andreas Stöhr und Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Taktische Medizin“ des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) soll eine Handlungsempfehlung zur prähospitalen Blutstillung bei schweren Extremitätenverletzungen formuliert werden. Zudem wird ein Überblick über mögliche Hilfsmittel zur raschen Blutungskontrolle gegeben.

Schlüsselwörter:

Wunden und Verletzungen

Blutstillung

Druckverband

Hämostyptika

Tourniquets

Quellen und Verweise:

Stöhr A, Josse F, Hossfeld B, Kulla M, Helm M: Blutstillung bei schweren Extremitätenverletzungen. Notfall + Rettungsmedizin(online first https://doi.org/10.1007/s10049-019-00677-4 ) (2020)

RTH

Oligoanalgesie im Luftrettungsdienst?

BACKGROUND: Oligoanalgesia, as well as adverse events related to the initiated pain therapy, are prevalent in out-of-hospital emergency medicine, even when a physician is present. We sought to identify factors involved in insufficient pain therapy of patients presenting with an initial Glasgow Coma Scale (GCS) >= 8 in the out-of-hospital phase, when therapy is provided by a physician-staffed helicopter emergency medical service (p-HEMS).

METHODS: This was a multicenter, secondary data analysis of conscious patients treated in primary p-HEMS missions between January 1, 2005, and December 31, 2017. Patients with a numeric rating scale (NRS) pain score >= 4, GCS >= 8 on the scene, without cardiopulmonary resuscitation, and a < VI were included. Multivariable logistic binary regression analyses were used to identify characteristics of oligoanalgesia (NRS >= 4 at handover or pain reduction < 3). Linear regression analysis was used to identify changes in pain treatment within the study period.

RESULTS: We analyzed data from 106,730 patients (3.6% missing data at variable level). Of these patients, 82.9% received some type of analgesic therapy on scene; 79.1% of all patients received analgesic drugs, and 38.6% received non-pharmacological interventions, while 37.4% received both types of intervention. Oligoanalgesia was identified in 18.4% (95% confidence interval [CI], 18.1–18.6) of patients. Factors associated with oligoanalgesia were a low National Advisory Committee for Aeronautics (NACA) score and a low NRS score, as well as central nervous system or gynecological/obstetric complaints. The use of weak opioids (odds ratio 1.05, 95% CI 0.68–1.57) had no clinically relevant association with oligoanalgesia, in contrast to the use of strong or moderate opioids, non-opioid analgesics, or ketamine. We observed changes in the analgesic drugs used over the 12-year study period, particularly in the use of strong opioids (fentanyl or sufentanil), from 30.3% to 42.3% (p value < 0.001). Of all patients, 17.1% (95% CI, 16.9–17.3) did not receive any type of pain therapy. 

CONCLUSIONS: In the studied p-HEMS cohort, oligoanalgesia was present in 18.4% of all cases. Special presenting complaints, low NACA scores, and low pain scores were associated with the occurrence of oligoanalgesia. However, 17.1% of patients received no type of pain therapy, which suggests scope for further improvement in prehospital pain therapy. Pharmacological and non-pharmaceutical pain relief should be initiated whenever indicated.

Helm M, Hossfeld B, Braun B, Werner D, Peter L, Kulla M: Oligoanalgesia in Patients With an Initial Glasgow Coma Scale Score ≥8 in a Physician-Staffed Helicopter Emergency Medical Service: A Multicentric Secondary Data Analysis of >100,000 Out-of-Hospital Emergency Missions. Anesth Analg130: 176-186 (2020)
CT Thorax mit Spannungspneu und Hautemphysem

Notfallmedizin immer invasiver?

Auf der 19. Jahrestagung der DIVI präsentieren Eric Popp (Heidelberg), Dirk Lunz (Regensburg) und ich drei Vorträge zu den Themen „prähospitale ECMO, Thorakotomie und REBOA“. Durch die Sitzung führen Michael Bernhard (Düsseldorf) und Jürgen Knapp (Bern). Mal sehen wer freitags zwischen 16:30 Uhr und 18:00 Uhr noch in Hamburg ist. Für Alle die bereits nach Hause mussten ist hier mein Vortrag zum download:

Kulla M: Notfallmedizin – immer invasiver? – Blutstillung mit REBOA (Resuscitative Endovascular Balloon Occlusion of the Aorta). Vortrag auf dem 19. Kongress der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv und Notfallmedizin, 06.12.2019, Hamburg, Deutschland (2019)

Entwurf Datensatz Notaufnahmeprotokoll der DIVI 2020

Entwurf Datensatz Notaufnahmeprotokoll der DIVI 2020

Die Datenelemente für Notaufnahmedokumentationssysteme sind die Weiterentwicklung des Notaufnahmeprotokoll Datensatzes V2015.1. Diese Datendefinition definiert die Datenelemente, die während der innerklinischen Versorgung eines notfallmedizinischen Patienten in einer Notaufnahme / Notfallambulanz / Notfallzentrum erfolgt. Dabei werden externe Datenquellen wie präklinisches (prähospitales) Notfallprotokoll (z.B. Notarztprotokoll) oder Voranmeldungsdaten aus IVENA integriert. Primäres Ziel ist die medizinische Dokumentation zur Informationsweitergabe im Behandlungsverlauf. Sekundäres Ziel ist die Datenerhebung und Datenweiterleitung für Sekundärnutzer wie medizinische Register (TraumaRegister DGU, Reanimationsregister, Schlaganfallregister, Herzinfarktregister; AKTIN-NotaufnahmeRegister). Auf Basis der Datenelemente für Notalldokumentationssysteme sollen technische Artefakte wie Leitfäden für HL7 CDA oder HL7 FHIR entwickelt werden. Die Datenelemente sollen ebenfalls die Basis für Minimaldokumentationsdefinitionen (Minimaldatensätze) für spezifisch klinische Situationen in der innerklinischen Notfallmedizin darstellen, die noch entwickelt werden müssen.

Quellen: